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Stillen - Ernährung über die Muttermilch

Stillen - Ernährung über die Muttermilch

Jede werdende Mama hat es schon hundertmal gehört: “Stillen ist das Beste für dein Kind”. Aber wieso wird das immer wieder betont? Was ist in der Muttermilch, das sie zum absoluten Wundercocktail für dein Baby macht? In diesem Blogpost möchte ich dir einige Aspekte über das Stillen erzählen, die du sicherlich noch nicht wusstest.

Das Geheimnis des Stillens?

Stillen gibt deinem Baby genau das, was es für seine Ankunft auf dieser Welt und seine Entwicklung in den ersten Monaten braucht, um gut vorbereitet zu sein. Die maßgeschneiderte Milch bietet deinem Baby aber gleichzeitig auch viel Zuwendung, körperliche Nähe und Sicherheit und fördert so die Bindung zwischen Mama und Baby

Muttermilch - die goldene Milch 

Abgesehen davon, dass die Inhaltsstoffe der Muttermilch nicht besser auf dein Baby angepasst sein könnten, wirst du sie auch immer und überall dabei haben. Sie ist hygienisch und hat immer genau die richtige Temperatur. Sie passt sich den Temperaturschwankungen an und ist daher im Winter fettreicher und im Sommer enthält sie mehr Flüssigkeit. Befindet sich dein Säugling in einem Wachstumsschub oder verändern sich seine Bedürfnisse, passt sie sich diesen an und verändert ihre Zusammensetzung. Muttermilch ist kostenlos, aber ihre zahlreichen Vorteile sind unbezahlbar. 

Aus was besteht Muttermilch? 

Da Muttermilch dein Kind groß und stark machen soll, verfügt sie natürlich über grundlegende Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette, aber auch Wasser, um dein Baby mit Flüssigkeit zu versorgen. Bis heute kennen wir nicht alle Bestandteile der Muttermilch. Was wir aber wissen, ist, dass Muttermilch mehr als nur sättigend ist. Über die Ernährung hinaus hat sie zahlreiche Inhaltstoffe, die dein Kind in seiner Entwicklung fördern und schützen.

  • Verschiedene Proteine helfen deinem Baby sich zu entwickeln und helfen beim Aufbau und Schutz seiner Nervenzellen. 
  • Enzyme, die dein Kind dabei unterstützen, sein Immunsystem aufzubauen und zu stärken und eine wichtige Aufgabe bei der Eisenaufnahme leisten. Enzyme helfen auch bei der Verdauung und der Ausreifung des Verdauungssystems.
  • Muttermilch enthält reichlich Vitamine und Mineralstoffe, die zum Aufbau von Knochen und Zähnen notwendig sind und Organfunktionen fördern.
  • Langkettige Fettsäuren in der Muttermilch sorgen für eine gesunde Entwicklung des Nervensystems. Zudem sind sie wichtig für die Ausreifung des Gehirns und der Augen. 
  • Über die Muttermilch gibst du auch Hormone an dein Baby weiter. Sie fördern unter anderem den Appetit und den Schlafrhythmus deines Babys. 
  • Sie enthält Wachstumsfaktoren, die deinem Baby helfen, sich zu entwickeln und Körperfunktionen auszureifen.
  • Zuckermoleküle in der Muttermilch helfen dem Darm deines Babys auszureifen und bauen einen Schutz gegen Bakterien auf. 
  • Leukozyten (weiße Blutkörperchen), die das Immunsystem stärken und helfen, es auszubilden.
  • Antikörper, mit denen du deinem Kind über die Muttermilch einen Schutz vor Viren und Bakterien mitgibst. 
  • Stammzellen, die zur Heilung und zum Wachstum von Organen beitragen können. 

Und das sind nur einige der wichtigsten Bestandteile der Muttermilch. Ihre Funktion ist also nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern einen optimalen Start ins Leben zu sichern. Je nach Zeit und Entwicklung deines Kindes unterscheidet sich ihre Zusammensetzung jedoch, um dein Kleines in jeder Phase effektiv unterstützen zu können. 

Was ist die Vormilch (Kolostrum)?

Die Vormilch wird schon in der Schwangerschaft gebildet und steht deinem Baby daher direkt nach der Geburt zur Verfügung. Sie ist besonders dickflüssig und gold-gelblich in der Farbe. Auch ihr Inhalt ist Gold wert, denn sie liefert deinem Kind direkt nach der Geburt wichtige Nährstoffe und enthält besonders viele schützende Zellen. 

Das Kolostrum beinhaltet die gleichen wertvollen Bestandteile wie die reife Muttermilch. Es unterscheidet sich aber in seiner Zusammensetzung - hat also sein ganz eigenes Immunbooster-Rezept! Die goldene Milch enthält besonders viele Antikörper und weiße Blutkörperchen, um dein Baby außerhalb des Mutterleibes vor Infektionen zu schützen. Der hierdurch gewonnene Nestschutz gibt deinem Baby Zeit auf unserer Welt anzukommen und das Immunsystem langsam auszubilden.

Da Babys mit einer durchlässigen Darmschleimhaut auf die Welt kommen, unterstützt das dicke Kolostrum die Darmwand auszukleiden und damit vor Infektionen zu schützen. Vormilch wirkt außerdem abführend, um deinem Baby den ersten Stuhlgang, das klebrige Kindspech, zu erleichtern. 

Auch wenn dein Körper nur sehr wenig Vormilch produziert, ist jeder Tropfen dieser Milch wertvoll für die ersten Stunden und Tage deines Babys und verhilft ihm zu einem guten Start. Der Magen deines Babys ist in den ersten Tagen ohnehin nur so groß wie eine Murmel und es kann sich an den wenigen Tropfen locker den Bauch vollschlagen.

Da die "Immunbooster-Funktion" der Vormilch einzigartig ist, beschließen viele Frauen, die sich entschieden haben, nicht zu stillen oder nicht stillen können, trotzdem dazu, die Vormilch abzupumpen und zu füttern. 

So förderst du einen guten Start beim Stillen

Die ersten Stunden nach der Geburt sind besonders wichtig für die weitere Stillbeziehung und eine besondere Zeit für die Mutter-Kind-Bindung. Mama und Baby schwimmen in dieser Zeit förmlich in Liebes- und Glückshormonen, was ihre Beziehung stärkt und dem Baby ein sanftes Ankommen auf dieser Welt erleichtert.  

Direkter Hautkontakt nach der Geburt fördert nicht nur eure weitere Beziehung, sondern auch den Stillerfolg. Während du und dein Kleines nach einer anstrengenden Geburt den Haut-zu-Haut Kontakt in vollen Zügen genießen können, begibt dein Baby sich schon auf Nahrungssuche und bewegt sich langsam auf deinem nackten Oberkörper hin und her. 

Wie geht das erste Mal Stillen?

Lasst euch dabei ruhig viel Zeit, denn dein Baby wird dich wissen lassen, wenn es so weit ist. Deine warme Haut, der vertraute Geruch und der bekannte Herzschlag geben deinem Baby das Gefühl von Sicherheit, Vertrauen und signalisieren ihm, dass es weiterhin gut beschützt und geliebt ist. 

Während ihr kuschelt, senden deine Brustwarzen bzw. die sogenannten Montgomery-Drüsen ein Duftsekret ab, was deinem Baby die Suche nach der Brust erleichtert und es anlockt. Die ersten Tropfen Muttermilch sind nicht nur besonders bedeutend für das Immunsystem, sondern auch wichtig für den weiteren Stillverlauf. 

In den ersten zwei Stunden nach der Geburt hat dein Kleines einen besonders starken Saugreflex. Und kann so deine Brust zur Milchproduktion anregen. Für einen guten Stillstart sollte direkter Körperkontakt in diesen ersten Stunden daher auf jeden Fall Priorität haben. 

Was ist die Übergangsmilch?

Zwei bis vier Tage nach der Geburt deines Kindes schießt dann auch endlich die Milch ein. Dein Baby hat bis dahin schon viele Male an der Brust getrunken und so die Milchproduktion in Gang gebracht. Das wirst du wahrscheinlich auch daran merken, dass sich deine Brüste fest und prall anfühlen. 

Dein Körper produziert jetzt die sogenannte Übergangsmilch. Sie wird weniger dickflüssig und ihr gold-gelblicher Ton wird sanfter und cremiger. Ihre Mixtur hat sich deinem schnell wachsenden Baby angepasst und ist jetzt bereits fett- und kalorienreicher. 

Stillen leicht gemacht: 3 Tipps für deinen Milcheinschuss: 

  1. Wärme und massiere deine Brust vor jedem Stillen, um dir und deinem Baby den Milchfluss zu erleichtern.
  2. Kohlblätter im BH wirken ebenfalls entzündungshemmend und passen sich sogar perfekt der Brustform an.
  3. Quarkwickel nach dem Stillen wirken entzündungshemmend und kühlen die Brüste. 

Nutze für die Quarkwickel zwei Küchenrollenpapiere und schneide ein Loch in die Mitte. (Diese Aussparung ist für die Brustwarze.) Streiche eine dünne Schicht Quark auf die eine Hälfte und bedecke sie mit dem anderen Tuch. So kannst du die Quarkwickel auf deine Brust legen, ohne jedes Mal eine große Waschaktion durchführen zu müssen.

Was ist reife Muttermilch?

Nach ungefähr drei bis vier Wochen bildet dein Körper reife Muttermilch. Bis jetzt hat sich eure Stillbeziehung wahrscheinlich eingependelt und ihr habt einen gemeinsamen Rhythmus gefunden. Deine Brustwarzen haben sich an das Stillen gewöhnt und auch die Brüste spannen nicht mehr so sehr wie noch zu Anfang. 

Auch die reife Milch verändert sich in ihrer Zusammensetzung nicht mehr so stark und bleibt über die gesamte Stillzeit in ihrer Grundmischung recht konstant. Die reife Muttermilch ist so zusammengesetzt, dass sie das rasche Wachstum deines Kindes gut unterstützen kann und ist daher besonders reich an Zucker, Proteinen, Vitaminen und Wachstumsfaktoren. Hat dein Kind eine Erkältung oder befindet es sich in einem Wachstumsschub, passt deine Brust ihre Mixtur natürlich weiterhin an die Bedürfnisse deines Kindes an.

Kommunikation zwischen Mama und Baby

Stillen klappt nur in harmonischem Zusammenspiel und in gegenseitiger Kommunikation. So kann Muttermilch gemeinsam mit Babys Speichel vor gefährlichen Bakterien schützen. Gemeinsam sind Mama und Baby einfach ein unschlagbares Team. Die Brust produziert genau so viel Milch, wie das Baby braucht, und passt ihr “Angebot” so oft an, wie es benötigt wird. 

Ist die Mama krank, bildet der Körper der Mutter Antikörper. Diese gelangen über die Muttermilch auch zum Säugling und schützen ihn vor den Krankheitserregern der Mama oder anderen Familienmitgliedern.

Ist dein Baby krank, registriert dein Körper das ebenfalls und die Muttermilch wird mit zusätzlichen Leukozyten und Antikörpern angereichert, um Babys Immunsystem zu unterstützen. Egal, in welcher Wachstumsphase sich dein Engel befindet, deine Brust passt ihre Wundermischung perfekt an seine Bedürfnisse an. 

Die Vorteile des Stillens

Stillen wirkt ein ganzes Leben nach 

Die Vorteile des Stillens gehen weit über die eigentliche Stillzeit hinaus. So haben Frauen, die mindestens ein Jahr gestillt haben, ein niedrigeres Brustkrebsrisiko als Frauen, die nicht gestillt haben. Aber auch für andere Erkrankungen ist Stillen von großem Wert. Je länger du stillst, umso geringer ist das Risiko an Gebärmutterhalskrebs, Eierstockkrebs, Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder einem Schlaganfall zu erkranken. Auch das Osteoporose-Risiko sinkt. 

Und auch wenn werdende Mamas unter einem Schwangerschaftsdiabetes litten, hat sich gezeigt, dass sie nach mindestens 6 Monaten des Stillens ein niedrigeres Risiko für spätere Diabetes Typ 2 Erkrankungen aufwiesen. Aber auch für dein kleines Wunder kann es lebenslange Vorteile haben. So wirkt die Muttermilch auch bei Babys präventiv und verringert die Wahrscheinlichkeit später im Leben an Diabetes zu erkranken. 

Außerdem haben gestillte Babys ein niedriges Risiko in ihrem Leben Übergewicht zu entwickeln. Auch als Allergieprävention ist die Wundermilch unschlagbar. Gibt es also ein erhöhtes Allergierisiko in eurer Familie, wird eine Stillzeit von mindestens 5 Monaten empfohlen, um das Risiko, dass dein Baby Allergien entwickelt, zu senken. 

Wie fördert Stillen die Rückbildung?

Vielleicht hast du es schon gemerkt, dass dein Unterleib beim Stillen etwas mehr zieht? Das liegt daran, dass beim Stillen Oxytocin ausgeschüttet wird. Das führt nicht nur dazu, dass sich die Bindung zu deinem Baby verstärkt und du in Liebeshormonen schwimmst, sondern auch dazu dass sich deine Gebärmutter zusammen zieht und sich damit effektiver und schneller zurückbildet. 

Legst du dein Baby direkt nach der Geburt an, fördert es so auch die schnelle Ablösung der Plazenta. Die Hormone, die deinen und den Körper deines Babys beim Stillen versorgen, sorgen außerdem dafür, dass ihr beiden ausgeglichener und entspannter seid. So könnt ihr die Babyflitterwochen glücklich miteinander verbringen. 

Stillen braucht Zeit - Bleib dran! 

Auch wenn du dir zu 100 Prozent sicher bist, dass du dein Baby stillen möchtest, kann der Anfang etwas holprig sein und sich schwieriger gestalten als du dir vorgestellt hast. Zweifel in diesen Momenten nicht an dir selbst oder deinem Körper. Denn sowohl für dich als auch für dein Kind ist es eine ganz neue Aufgabe, die etwas Übung braucht. 

Gib deinem Körper Zeit sich an die neue Aufgabe zu gewöhnen und die Milchproduktion in Gang zu setzen. Und sei geduldig mit deinem Baby, welches zum ersten Mal Nahrung zu sich nimmt, die nicht einfach durch die Nabelschnur zugeflossen kommt. Die erste Zeit des Stillens ist für viele Mamas mit Selbstzweifeln und Unsicherheit verbunden. Lass dich davon nicht unterkriegen. 

Denn dein Körper produziert gerade einen wahren Wundercocktail, für den sich die ganze Mühe lohnt. Und habt ihr erst einmal den Dreh raus, wird Stillen dein Leben und das Leben deines Babys in vielen Aspekten bereichern. 

Stillen hat nicht nur unendlich viele gesundheitliche Vorteile, sondern fördert auch die Bindung und Entwicklung deines Babys. Doch auch wenn das Stillen nicht klappen sollte, verzweifle nicht – am wichtigsten für dein Baby ist die Nähe zu dir! Und egal ob Flasche oder Brust - in erster Linie zählt, dass dein Baby bei dir sein darf.

Stillen - die natürlichste Weise, deinen Säugling zu füttern
  • Hebamme Vivian Fassbender

    Autorin: Hebamme Vivian Fassbender

    Als Hebamme begleitet und unterstützt Vivian Fassbender Frauen während der Schwangerschaft, bei der Geburtsvorbereitung und im Wochenbett. Nun schreibt die Hebamme für die Wunderwiege und teilt ihr Expertenwissen gerne mit uns und dir. Mehr erfahren

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