Der Runde Rücken deines Babys: So entwickelt er sich

Der Runde Rücken deines Babys: So entwickelt er sich

Alles, was du über den Rücken deines Babys wissen solltest

Im Mutterleib liegt dein Baby vom Fruchtwasser gut geschützt in der natürlichen Embryonal-Haltung. Dabei sind die Beine angezogen und der Rücken ist gerundet. Viele Eltern fragen sich nach der Geburt, ob der runde Rücken ihres Babys normal ist. Zunächst sei gesagt: Dass dein Kind in den ersten Lebenswochen einen runden Rücken hat und sich nicht richtig streckt, ist ganz normal und gesund. Im folgenden Artikel erfährst du alles rund um die Entwicklung des Babyrückens vor und nach der Geburt, wie du dein Baby optimal dabei unterstützen kannst und warum Federwiegen oder Babyhängematten dabei ein praktisches Hilfsmittel sein können.

Die Haltung des Babys im Mutterleib

Während der Zeit, die dein Baby in deinem Bauch verbringt, wird der Rücken nach und nach in eine gerundete Position gebracht. In den ersten Monaten hat dein Baby noch viel Platz. Etwa bis zum dritten Schwangerschaftsmonat ist die bereits angelegte Wirbelsäule annähernd gerade. Von da an wird der Rücken von Monat zu Monat immer gewölbter. Zum Ende der Schwangerschaft geht es nur noch um Wachstum des Babys. Die Beine sind so weit angezogen, dass die Knie fast auf Höhe des Gesichts gebracht sind. Das liegt vor allem am mangelnden Platz: In den letzten Wochen ist es für dein Baby so eng, dass es sich so klein wie möglich machen muss. Eine andere Haltung wäre deshalb auch gar nicht möglich. Egal, ob ein Baby sich also vor der Geburt gedreht hat oder nach vorne oder hinten schaut: Einen runden Rücken haben alle.

Grafische Darstellung der Haltung des Babys im Mutterleib in Schädellage.
Die optimale Lage des Babys im Mutterleib: Das Baby hat sich mit dem Kopf nach unten gedreht und schaut nach hinten.

So ist auch die später typische doppelte S-Krümmung der Wirbelsäule im Mutterleib noch nicht vorhanden. Zwar werden hier erste Grundlagen für diese Form gelegt, gebildet wird sie aber erst in den Monaten nach der Geburt. Beim Ungeborenen dagegen hat die Wirbelsäule eher eine C-Form. Die Bandscheiben sind noch ganz weich und sehr stark durchblutet. Das ist aber für dein Baby gar kein Problem, weil es gut geschützt und fast schwerelos im Fruchtwasser schwimmt. Deshalb müssen die Bandscheiben ihre spätere Aufgabe als Puffer zwischen den einzelnen Wirbeln vor der Geburt noch gar nicht wahrnehmen.

Der Rücken deines Säuglings: Die Entwicklung nach der Geburt

Wer ein wenige Stunden oder Tage altes Baby betrachtet, stellt schnell fest, dass die Haltung noch weitestgehend wie im Mutterleib ist. Dein Baby hat auch in den ersten Tagen noch einen runden Rücken und angezogene Beine. Die Rückenmuskulatur ist noch nicht ausgeprägt und sogar so schwach, dass dein Baby seinen Kopf nicht selbstständig halten kann. Die einzelnen Wirbel sind noch weich und verknöchern erst mit der Zeit.

Für ein Neugeborenes ist genau diese Körperhaltung aber sehr sinnvoll. Babys sind sogenannte Traglinge, und daher ist ihr Körper am Anfang auf das Getragen-Werden ausgelegt. Der runde Rücken in Kombination mit den angezogenen Beinen ist dafür die perfekte Position. Wenn du dein Kleines auf dem Arm hast, verhindert der runde Rücken, dass dein Kind nach hinten fällt. Dein Baby lehnt sich automatisch bei dir an. Außerdem schmiegen sich die angezogenen Beine an den Körper des Trägers und sorgen bei älteren Babys dafür, dass man sich sein Kind in angenehmer Trageposition auf die Hüfte setzen kann.

Wenn aus der C-Form die doppelte S-Form wird

In den folgenden Monaten und Jahren entwickelt sich aus der C-Form der Wirbelsäule die doppelte S-Form. Wenn dein Baby etwa sechs Wochen alt ist, beginnt es langsam damit, seinen Kopf alleine zu halten. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sich die Halswirbel aus der runden Position heraus entwickeln und sich nach und nach strecken. Wenn dein Baby den Kopf in Bauchlage sicher halten kann, ist die Halswirbelsäule vollständig gestreckt und hat ihre vorgesehene Haltung erreicht.

Grafische Darstellung einer voll entwickelte menschliche Wirbelsäule
Eine vollständig ausgeprägte Wirbelsäule in sogenannter "doppelter S-Form"

Der nächste Teil der Wirbelsäule, der sich bei deinem Baby aufrichtet, ist die Brustwirbelsäule. Wenn dein Baby selbstständig sitzen kann und auch ohne Hilfe in die Sitzposition gelangt, weißt du, dass die Brustwirbelsäule vollständig aufgerichtet ist. Meist haben Babys diesen Entwicklungsschritt mit etwa acht oder neun Monaten vollzogen.

Um die Entwicklung des Babyrückens abzuschließen, muss sich nun noch der unterste Teil der Wirbelsäule aufrichten. Dieser unterste Teil ist die Lendenwirbelsäule. Ein erstes Zeichen dieses Prozesses ist, wenn dein Baby mit ca. 8 Monaten beginnt, sich hochzuziehen und in den Stand aufzurichten. Um Laufen zu können, ist eine gestreckte Wirbelsäule eine wichtige Voraussetzung. Wenn dein Kind seine ersten eigenständigen Schritte macht, weißt du, dass diese Entwicklung vollzogen ist.

Wie kann ich mein Baby bei der Rücken-Entwicklung unterstützen?

Bei der allmählichen Veränderung der Wirbelsäule und der Streckung von der C- zur doppelten S-Form handelt es sich um einen ganz natürlichen Ablauf. Im Körper deines Babys ist dieser Prozess schon angelegt und eigentlich braucht dein Kind dazu keine spezielle Förderung oder ein besonderes Training. Es gibt aber ein paar Punkte, die du beachten solltest, um dem Rücken deines Babys nicht unnötig zu schaden.

Um den Rücken deines Babys in seiner Entwicklung nicht zu stören, ist es in den ersten Wochen wichtig, den Rücken keinesfalls zu stauchen. Gerade weil die Bandscheiben und die knöchernen Strukturen noch so weich sind, sind sie auch sehr empfindlich. In dieser Zeit soll und muss der Rücken noch gerundet sein. Wird ein Baby dagegen dauerhaft in eine flache Position gebracht oder gar gestaucht, kann im schlimmsten Fall ein späteres Hohlkreuz entstehen.

Zum Glück sind diese Fälle relativ selten. Wenn du dein Baby auf dem Arm hast, ist es ganz automatisch in der richtigen Position und nimmt die sogenannte Anhock-Spreiz-Haltung ein. Diese ist nicht nur für die Entwicklung der Wirbelsäule, sondern auch für die Vorbeugung von späteren Hüft-Problemen optimal. Auch von gängigen Tragetüchern oder Tragehilfen wird die Anhock-Spreiz-Haltung unterstützt. Wichtig ist, dass du um diese besondere Haltung weißt und in Tragevorrichtungen überprüfst, ob dein Baby in dieser Position liegt.

Babywippen und Autoschalen im Alltag: Die Aufenthaltsdauer möglichst gering halten

Nun ist es aber im Alltag so, dass du dein Baby in der Regel nicht den ganzen Tag auf dem Arm trägst. Viele Babywippen, wie beispielsweise die Schalen für das Auto, sorgen dafür, dass der Rücken nicht in der angestrebten C-Form liegen kann. Vor allem in der Lendenwirbelsäule werden die Bandscheiben gestaucht. Durch den großen Kopf deines Babys, der in solchen Wippen nach vorne kippt, wird dieser Effekt noch einmal verstärkt. Deshalb ist es wichtig, dein Kind nur so lange wie unbedingt nötig und nur mit ausreichenden Pausen in solche Wippen oder Schalen zu setzen.

Anders sieht der Rücken deines Babys in Federwiegen oder sogenannten Babyhängematten aus. Diese bestehen meist aus einem sehr flexiblen, weichen Material, das sich der natürlichen, runden Form der Wirbelsäule gut anpasst. In eine solche Wiege oder Hängematte kann sich der Rücken deines Babys einfach hineinfallen lassen, ohne gestaucht zu werden. Daher solltest du eher zu einer solchen Variante greifen, wenn du eine zusätzliche Ablagemöglichkeit für Zuhause suchst, bevor du stattdessen eine Wippe oder die Autoschale verwendest. Denn in einer Federwiege oder einer Babyhängematte kann dein Baby auch mal längere Zeit liegen bleiben, zum Beispiel wenn es ganz friedlich eingeschlafen ist, ohne dass du dir Sorgen um seinen Rücken machen musst.

Stilisierte Darstellung wie eine Federwiege den runden Rücken eines Babys unterstützt
Der Stoff der Federwiege passt sich an den Entwicklungsstand des Rückens an.

Um die Entwicklung der Muskulatur im Rücken zu unterstützen und zu fördern, solltest du dein Baby in seinen wachen Phasen immer mal wieder in Bauchlage bringen. Kinderärzte empfehlen dies, um dein Baby möglichst früh zu eigenen Bewegungen anzuregen. Am besten wählst du dazu eine feste Unterlage. So förderst du ganz sanft die Fähigkeit, den Kopf zu heben, später die Drehfähigkeit und damit die Entwicklung der Hals- und Brustwirbelsäule.

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