Homöopathie bei Babys: so hilft Mutter Natur deinem Kleinen

Homöopathie bei Babys: so hilft Mutter Natur deinem Kleinen

Endlich ist das Baby da! Ihr gewöhnt euch langsam aneinander und genießt erstmal unbeschwert die Kuschelzeit. In den ersten Wochen und Monaten ist dein Neugeborenes durch den sogenannten „Nestschutz“ vor vielen Infektionskrankheiten geschützt. Man nennt dies auch Leihimmunität, weil das Kind durch das Immunsystem der Mutter und durch die Muttermilch eine gehörige Portion an schützenden Antikörpern und Immunglobulinen mitbekommt. Ich erkläre dir in meinem Beitrag, wie du in der Zeit danach bei dem ein oder anderen Zipperlein deines Babys durch Homöopathie erste Hilfe leisten kannst.

Homöopathie als Soforthilfe bei kleinen Wehwehchen

Im Laufe der Zeit und mit fortschreitendem Alter treten bei Säuglingen, Babys und Kleinkindern vermehrt kleinere und größere Wehwehchen auf. Da ist es gut, wenn man sich als Mutter selbst helfen kann. So ist es mittlerweile vielerorts üblich, in der Hausapotheke auch homöopathische Mittelchen zu führen. Die Homöopathie ist eine naturheilkundliche Methode und fährt nach dem Prinzip “Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“. Dabei wird sich verschiedener Pflanzen bedient, aus denen Grundsubstanzen hergestellt. Je nach Wirkungsgrad werden diese dann verschieden hoch “potenziert” werden.

Wie dir sicherlich bewusst ist, kann dieser Artikel kein Ratgeber für akute Situationen darstellen. Es ist immer empfohlen einen Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker hinzuzuziehen. Denn nicht immer gelingt es den Eltern, den gesundheitlichen Zustand des Kindes angemessen einzuschätzen. Auch wenn der Homöopathie geringe oder keine Nebenwirkungen nachgesagt werden, ist es trotzdem empfehlenswert ohne hinreichende Vorkenntnisse in der Hausapotheke erstmal nur nach Absprache niedrige Potenzen zu führen.

Naturheilkunde und Schulmedizin schließen sich nicht gegenseitig aus

Homöopathie, auch bei Babys, lässt sich hervorragend mit der Schulmedizin kombinieren. Das bestätigt auch der Internist Ulf Riker im Interview mit dem Fokus. Wie du bestimmt weißt, werden viele Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen. Du bist deshalb womöglich bereits in der Schwangerschaft mit Naturheilkunde in Kontakt gekommen.

Auch wenn du bisher mit Homöopathie nicht viel am Hut hattest, von einem homöopathischen Mittel hast du vielleicht trotzdem schon mal gehört: Arnica.

Arnica als kleiner Helfer bei Verletzungen im Alltag

Die goldgelben Blüten der Arnica-Pflanze werden von alters her für Blutungen und Verletzungen verwendet. Denn auch wenn man es seinem Liebling nicht wünscht, gehören Hinfallen und Wiederaufstehen nun mal zum Leben dazu. So werden sich sicherlich die ein oder anderen Stürze oder Verletzungen ereignen. Hierbei kannst du den Heilungsprozess von Abschürfungen mit Arnica Globuli unterstützen. Ein “Aua” ist außerdem gleich viel schneller vergessen, wenn das Kleine die süßen Kügelchen lutschen darf 😉

Apis – Der Giftstoff der Bienen gegen Insektenstiche

Gerade im Sommer sind sie ein Thema: Insekten. Sie tummeln sich gerne am Esstisch oder auch in der Blumenwiese. Während sich unsere kleinen Sonnenscheine krabbelnd draußen fortbewegen oder gar die ersten Gehversuche wagen, ist es schnell passiert: ein Insektenstich. Linderung verschafft hier das aus der Honigbiene gewonnene Mittel Apis. Es wird entweder oral eingenommen oder äußerlich angewendet. Für einen kalten Umschlag werden zunächst 15 Globuli in ½ Liter kaltem Wasser aufgelöst. Anschließend durchfeuchtest du ein Tuch mit der Lösung und kühlst damit die geschwollene Stelle. Das ist angenehm und wirkt beruhigend.

Wenn die Erkältungszeit beginnt hilft Homöopathie

Ist der Sommer vorüber, werden die Tage kürzer und die Temperaturen kühler. Hurra - der Herbst, der Herbst ist da! Und mit ihm beginnt auch die Zeit, in der die etwas größeren Babys oftmals um eine Erkältung nicht herumkommen. Bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit können zur Stärkung des Immunsystems Ferrum Phosphoricum oder Infludoron Globuli genommen werden. Außerdem hilft es, das Baby nachts etwas höher zu lagern und auf frische, nicht zu trockene Luft zu achten. So kann das Sekret besser abfließen. Ein feuchtes Handtuch im Schlafzimmer wirkt oft wahre Wunder! Ergänzend bei Husten kann die Brust, sowie der Rücken mit einem Thymian Myrte Balsam eingerieben werden. Bei Schnupfen hilft ein Balsam aus Engelwurz, der auf den Nasenrücken aufgetragen wird.

Fieber oder Ohrenschmerzen setzen deinem Kleinen zu

Oftmals wird eine Erkältung durch Fieber begleitet, denn Babys reagieren bei vielen Wehwehchen mit erhöhter Körpertemperatur. Das ist meist nichts Schlimmes, sondern zeigt, dass der Körper seine Reserven mobilisiert und das Abwehrsystem aktiviert. Daher wird manchmal empfohlen, das Fieber erst zu senken, wenn die Temperatur stark erhöht ist. Ziehe aber eine Fachperson deines Vertrauens zu Rate, wenn du dir unsicher bist. Zur Fiebersenkung kannst du dem Kind Wadenwickel anlegen oder feuchte Söckchen anziehen. Achte bitte darauf, dass die Socken nicht zu lang getragen werden und so den Körper zu sehr abkühlen. Belladonna Globuli sind hier der Retter in der Not. Sie helfen bei plötzlichem Fieber sowie Ohrenschmerzen, wenn die Ohren oft rot und berührungsempfindlich sind. Auch unterstützen sie beim Zahnen, das du an roten Wangen, oder allgemein einem geröteten Gesicht erkennst. Belladonna kann auch nach dem Impfen, wenn das Kleine einen roten Kopf, aber kühle Hände und Füße hat, helfen.

Das Auge tränt? Kein Grund zur Sorge

Vielleicht hast du auch schon mal Babys mit verklebten Augen gesehen. So häufig das auch auftritt, so selten ist es doch ein Grund zur ernsthaften Sorge. Schon ein leichtes Lüftlein, kann eine Reizung hervorrufen. Da die Tränenkanälchen bei Babys noch sehr dünn sind, kann es schnell einmal zu verklebten, entzündeten Augen kommen. Die verklebten Augen können vorsichtig mit in Wasser aufgelösten Euphrasia Globuli gesäubert werden. Noch einfacher ist es, gleich fertige Euphrasia Augentropfen zu verwenden. Eine Bindehautentzündung hingegen ist dann aber ein Fall für den Arzt.

Die ersten Zähnchen - ein Fall für sich

Unabhängig von der Jahreszeit ist das Zahnen auch ein Thema, bei dem gerne mal in die Homöopathische Hausapotheke gegriffen wird.
Viele Babys leiden während dem „Zahnen“ sehr. Du merkst das an häufigem wütendem Weinen und roten Backen. Dein Baby nimmt außerdem die Hände bzw. alles mögliche in den Mund und kaut wild darauf herum. Begleiterscheinungen sind Durchfall oder ein wunder Popo. Als Mittel hat sich hier Chamomilla oder das Kombipräparat Osanit bewährt. Ergänzend gibt es Beißringe, die gekühlt für Abhilfe bei geschwollenem Zahnfleisch sorgen können.

Den sensiblen Verdauungstrakt unterstützen

Sind die ersten Zähne erst einmal da, beginnen viele mit der Beikosteinführung. Das wird zu Beginn häufig von Verdauungsbeschwerden begleitet. Da nun zunächst die Verdauung von (Mutter-)Milch langsam zu fester Nahrung umgestellt werden muss, kann es zu Verstopfung oder auch Durchfall kommen. In beiden Fällen bitte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten! Zusätzlich zur (Mutter-)Milch kannst du es bei Durchfall oder Bauchweh mal mit Fencheltee oder Bäuchlein-Tee versuchen. Als Komplexmittel hat sich Flatulini, genannt auch „Pupsglobuli“, bewährt. Doch auch bei den gewählten Beikost-Lebensmitteln kannst du viel erreichen, indem du erst einmal auf den leichter verdaulichen Birnenbrei, statt Vollkornprodukte zurückgreifst. Bereite deinem Baby einen geriebenen Apfel oder eine Karottensuppe nach Moro zu, das wirkt stuhlauflockernd.

Bei Verstopfung wirkt eine Massage der Fußsohle deines Babys oft wahre Wunder. Dazu einfach mit etwas Öl die Fußsohlen etwa 10 Minuten massieren. Das bringt den Darm in Schwung! Hilft alles nichts, gibt es die homöopathische Kümmelzäpfchen Carvum Carvi ,welche für schnelle Abhilfe sorgen.

Mutter Natur ist unerschöpflich

Du siehst, es gibt eine Vielzahl an Mitteln, die Babys mithilfe von Homöopathie auf natürliche Weise bei Beschwerden helfen können. Oft sind zunächst gar keine Medikamente notwendig, damit es deinem Baby wieder besser geht. Dennoch: kläre die Symptome im Zweifel zunächst mit dem Kinderarzt ab. Es braucht ein wenig Erfahrung und Fingerspitzengefühl, um das richtige homöopathische Mittel zu finden. Daher ist es besonders wichtig, dass du die Symptome genau beobachtest und dich bei der Wahl des Mittels sowie der Dosierung bei deinem Arzt oder Apotheker beraten lässt.

Bleibt gesund und kommt gut durch die ersten Babyjahre!

Deine Anna-Maria

Homöopathie bei Babys: so hilft Mutter Natur deinem Kleinen
  • Hebamme Anna-Maria Maier

    Autorin: Hebamme Anna-Maria Maier

    Als Hebamme begleitet und unterstützt Anna-Maria Maier Frauen während der Schwangerschaft, bei der Geburtsvorbereitung und im Wochenbett. Nun schreibt die Gründerin von Mamalie Geburtsvorbereitung für die Wunderwiege und teilt ihr Expertenwissen gerne mit uns und dir. Mehr erfahren

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