Bauchweh, Blähungen, Koliken - Drei Gründe, warum Säuglinge schreien

Bauchweh, Blähungen, Koliken - Drei Gründe, warum Säuglinge schreien

Kaum hat man das Baby gefüttert und frisch gewickelt, fängt es auch schon wieder an zu schreien. Für dich als frisch gebackene Mama oder Papa ist das oftmals sehr belastend. Nicht selten fühlst du dich hilflos und kannst das schrille Weinen deines Säuglings kaum ertragen. Doch Babys weinen nicht grundlos, deswegen solltest du dein Kleines auch nicht einfach schreien lassen. Oft plagen sie Unwohlsein, wenn sie sich nicht von ihren Bezugspersonen beruhigen lassen. Weitere Gründe können Schmerzen sein, die durch Bauchweh, Blähungen oder gar Koliken hervorgerufen werden. Für die Eltern ist es dann wichtig zu erkennen, warum ihr Kind schreit, damit sie ihm helfen können.

Sind die Grundbedürfnisse wie Hunger, Sauberkeit und körperliche Nähe befriedigt, so könnte die Ursache anderswo liegen. Den Kleinen geht es häufig sprichwörtlich "im Bauch herum". Die häufigsten Ursachen für das schrille Schreien der Babys sind hierbei die bekannten und gefürchteten 3-Monats-Koliken, Bauchschmerzen oder auch Blähungen des Neugeborenen. In diesem Beitrag werden die wichtigsten Auslöser erklärt und ihre häufigsten Ursachen genannt. Außerdem findest du Hilfen, wie du deinem kleinen Liebling bei Schmerzen und Unwohlsein helfen kannst.

Welche Gründe hat das Schreien der Babys?

Du solltest dir immer vor Augen führen, dass Babys niemals ohne Grund weinen oder gar schreien. Auch wenn es mitunter sehr belastend für dich als Elternteil sein kann, tut der Säugling dies natürlich nicht, um dich zu ärgern, sondern weil er sich schlichtweg nicht wohl fühlt und sich selbst nicht helfen kann. Du als Mama oder Papa musst also erkennen, warum dein Kind schreit. Anschließend kannst du versuchen, die Beschwerden zu lindern. Für Bauchschmerzen & Co. gibt es bei Babys ganz typische Auslöser:

1. Grund: 3-Monats-Koliken

Die sogenannten 3-Monats-Koliken beim Säugling sind von Eltern extrem gefürchtet. Es handelt sich dabei um eine sehr ausgeprägte Schreiphase des Säuglings. Meist beginnt sie bereits in der zweiten Lebenswoche und endet vor dem dritten Lebensmonat - Dieser Tatsache verdanken die Koliken demnach auch ihren Namen. Bisher sind die Ursachen für diese Symptomatik noch nicht sicher geklärt. Die Annahme, dass es sich um eine Magen-Darm Verstimmung handelt, konnte inzwischen jedoch widerlegt werden: 95% der Kinder mit Koliken weisen keine besonderen Auffälligkeiten des Magen-Darm-Traktes auf. Denn letztlich bedingt erst das viele Schreien, dass sich zu viel Luft im Bauch des Neugeborenen ansammelt und damit die Schmerzen verursacht.

Viel wahrscheinlicher ist, dass diese Phase mit der Reizüberflutung und der wachsenden Anpassung des Säuglings an seine Umwelt zusammenhängt. In den ersten Lebenswochen ist dein Baby vielen neuen Reizen ausgesetzt. So muss es sich an Kälte und fehlende Nähe, ungewohnte Geräusche und Berührungen, aber auch Hungergefühle und mitunter Schmerzen gewöhnen. All das war dem Kleinen im schützenden Mutterleib bisher fremd. Während sich das Baby an seine Umwelt anpasst, durchläuft zeitweise starke Unruhephasen, wie sie auch bei den beschriebenen Koliken angenommen werden. Das Neugeborene weint sehr viel. Es kann sich kaum selbst regulieren, lässt sich auch von dir als Bezugsperson fast nicht beruhigen und hat oft einen gestörten Schlafrhythmus oder leidet unter Schlafmangel. Häufig können jedoch keine gesundheitlichen Beschwerden festgestellt werden, was unbedingt fachärztlich abgeklärt werden sollte. Damit handelt es sich womöglich wirklich nur um eine Reizüberflutung des Kindes, die sich enorm belastend auf die Eltern auswirkt und somit zur Herausforderung für die ganze Familie wird.

Als Faustregel für 3-Monats-Koliken gilt, dass der Säugling für mehr als drei Stunden am Tag, an mehr als drei Tagen pro Woche über mindestens drei Monate hinweg auffällig schreit und unruhig ist.

2. Grund: Blähungen

Blähungen sind tatsächlich ein sehr häufiger Grund dafür, warum Babys schreien. Gerade in den ersten Lebensmonaten müssen sich die Kleinen an die veränderte Ernährung anpassen. Auch der Magen-Darm-Trakt muss sich erst einspielen. Häufig haben Säuglinge Blähungen, weil sie beim Trinken zu viel Luft schlucken. Das Verdauungssystem Neugeborener ist jedoch noch nicht so effektiv wie das von Erwachsenen. Deshalb fällt es Babys schwer, die Ursache für ihre Blähungen selbst zu beheben.

Erkennbar sind Blähungen an der gekrümmten Haltung des Kindes mit angezogenen Beinen und dem schrillen Schreien. Meist ist der Bauch hart. Weiterhin können Durchfall, häufiges Erbrechen, Verstopfung oder Flatulenzen auftreten. Dauern Blähungen zu lange an, können sie sogar die Atmung beeinträchtigen, da sie auf das Zwerchfell drücken. Es ist also wichtig, sie schnell zu erkennen und die Ursache zu beheben.

3. Grund: Bauchschmerzen

Wenn die Beschwerden des Kindes sehr unspezifisch sind und sich nicht auf Blähungen zurückführen lassen, können auch noch andere Ursachen für Bauchschmerzen eine Rolle spielen. Dies können zum Beispiel Unverträglichkeiten von Nahrungsbestandteilen sein, die insbesondere bei Flaschennahrung vorkommen können. Hier sind etwa Laktoseintoleranz oder eine Glutenunverträglichkeit möglich. Auch Probleme der Bauchspeicheldrüse oder Sodbrennen sind mögliche Ursachen und sollten unbedingt abgeklärt werden. Zudem können Verstopfung und Durchfall Bauchweh beim Baby verursachen. Im schlimmsten Fall kann es natürlich auch sein, dass sich das Baby einen Magen-Darm-Infekt zugezogen hat. All diese Ursachen können Schmerzen bedeuten und dafür sorgen, dass das Neugeborene schreit und schlecht zu beruhigen ist.

Wenn du dir nicht sicher bist, was die Ursache für das häufige Schreien deines Kindes ist, solltest du in jedem Fall einen Kinderarzt aufsuchen. Dieser wird dein Neugeborenes untersuchen und abklären, ob es sich um 3-Monats-Koliken, Blähungen des Babys oder eine andere Ursache handelt. Gegebenenfalls können so auch Unverträglichkeiten erkannt werden oder du erhältst Tipps für die Prävention von Schreiattacken und das Beruhigen deines Kindes.

Wie kannst du deinem Baby helfen?

Natürlich fragst du dich als Elternteil, wie du deinem Kind helfen kannst. Vor allem lange Schreiphasen können sehr fordernd sein und sich so negativ auf die Beziehung zu deinem Baby auswirken. Daher ist es wichtig, stets frühzeitig zu handeln.

Was tun bei 3-Monats-Koliken?

Wenn die Ursache des Schreiens die Dreimonatskoliken sind, hilft es, eine Tagesstruktur für dein Kind zu etablieren. Das bedeutet, dass ihr wenn möglich immer zur selben Zeit aufsteht, esst, spazieren geht und Aktivitäten und Besuch einplant.

Achte darauf, dass dein Baby ausreichend schläft. Wenn es übermüdet ist, kann es auch schnell überreizt sein und wird wesentlich schwerer zu beruhigen sein. Ausreichende Beschäftigung und frische Luft helfen zusätzlich, dass sich dein Kind wohlfühlt.

Wenn du bereits Unruhe feststellst oder dein Kind schon begonnen hat zu schreien, kann sanftes Wiegen und Singen helfen. Manche Kinder lassen sich auch durch Herumtragen oder eine Babymassage beruhigen.

Bauchschmerzen und Blähungen des Säuglings: Das hilft!

Bei Bauchschmerzen und Blähungen sind häufig schon die einfachsten Hausmittelchen sehr hilfreich. Du kannst dabei einfach vorsichtig ausprobieren, welche Methode deinem Baby am besten hilft.

Sehr beliebt ist der sogenannte Fliegergriff. Dabei liegt dein Kind auf dem Bauch auf deinem Arm und du trägst es mit leichten Schaukelbewegungen durch die Gegend. Dies wirkt sich entlastend auf den Bauch aus. Wenn Blähungen gelöst werden sollen, kannst du probieren, vorsichtig mit den Beinen deines Babys Fahrrad zu fahren. Das entspannt den Bauchbereich. Bewegung ist allgemein ein gutes Mittel gegen Bauchschmerzen. Dafür eignet sich besonders auch ein Spaziergang an der frischen Luft. Mit dem Kind im Arm leicht auf einem Gymnastikball zu hüpfen könnte auch helfen, Blähungen und Verstopfungen zu lösen. Ebenfalls hilfreich sind leichte Babymassagen, bei denen du mit kreisenden Bewegungen den Bauch deines Kindes massierst. Für viele Babys ist auch Wärme sehr wohltuend. Wärmflaschen oder Kirschkernkissen eignen sich sehr gut als Wärmespender. Allerdings sollten diese allenfalls lauwarm sein, um Verbrennungen zu verhindern.

Vorbeugend solltest du dein Kind nach jeder Mahlzeit aufstoßen lassen und darauf achten, dass Trinkflaschen nicht zu viel Luft durchlassen, die dann vom Baby verschluckt werden kann. Zwischen den Mahlzeiten kannst du auch Babytees oder Kräutertees zubereiten. Diese helfen nämlich ebenfalls, Blähungen beim Säugling vorzubeugen.

Bevor alles zu viel wird: Hier findest du Hilfe!

Schreiphasen können dich nervlich sehr belasten. Wenn du feststellst, dass du zur Überforderung neigst, suche dir möglichst schnell Hilfe. Wenn du genervt oder übermüdet bist, wirkt sich das automatisch auch auf dein Baby aus und kann einen gesunden Beziehungsaufbau verhindern. Zudem neigen Eltern von Schreibabys dazu, ihr Kind irgendwann aus Verzweiflung zu schütteln. Das kann lebensgefährlich für den Säugling sein. Hilfe erhältst du beim Kinderarzt oder sogenannten Schreiambulanzen. Aber auch ein privates Netzwerk im sozialen Kreis kann eine große Entlastung für dich sein.

Die Gedanken noch einmal zusammen gefasst:

Babys, die häufig schreien, fühlen sich meistens aus irgendeinem Grund unwohl. Für Eltern ist es wichtig, die Ursachen zu ergründen, damit sie ihrem Baby helfen können. Im Zweifelsfall sollte deshalb immer ein Arzt aufgesucht werden, der die beste Beratung für die Eltern parat hat. Wenn du merkst, dass dich das Schreien deines Babys sehr belastet, solltest du dir frühzeitig Unterstützung holen, um die Beziehung zu deinem Baby nicht zu gefährden.

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